Tag 3

Das Frühstück, das wir am Vortag bestellt hatten, bestand aus Butter-Toast und  Schwarztee. Gleich nach dem Essen fuhren wir in die Altstadt. Dazu nahmen wir uns ein paar Tuk-Tuks, die uns einen völlig neuen Fahrstil aufzeigten. In der Altstadt angekommen, blieben wir bei einem Geschäft stehen und kleideten uns völlig neu, im indischen Stil, ein. Unser sehr geehrter Herr Professor Vlaschitz bekam einen Punjabi als Geschenk, den er in einem Plastiksack fröhlich herum schwang. Die indischen Plastiksäcke scheinen nicht für derartige Belastungen ausgelegt zu sein, was dazu führte, dass der Henkel riss und der Punjabi  in hohem Bogen in eine tiefe, nach Urin-stinkende, Lacke flog. Nach sorgfältiger Geruchsschnelltestung durch unser Ärzteteam  konnte die fragliche Lacke tatsächlich als Urincuvet hunderter Individuen identifiziert werden. Ohne auch nur mit der Wimper zu zucken, marschierte unser Professor erhobenen Hauptes weiter. Und ich dachte nur: „WOW! Wie cool“. Nach der kleinen Shoppingtour setzte sich ein Großteil unserer Gruppe in ein Restaurant am Dach eines Hauses. Der Ausblick unseres Tisches war grandios, und wir konnten auch darauf achten, dem Rest der Gruppe zuzuschreien und zu deuten wo wir uns befanden. Einige Mädchen hatten sich nämlich noch nicht vom Shopping lösen können.  Der Geruch der Altstadt war nicht so beißend und schlecht, jedoch roch es gelegentlich leicht nach Marihuana , oder auch Fäkalien. Nach dem Essen gingen wir weiter in Richtung Red-Fort, welches wir durch das Labyrinth bestehend aus kleinen Gassen eher schwer erreichten. Die Antwort auf die Frage: „Wozu haben wir eigentlich einen Arzt mit?“, beantwortete mir der Arzt selbst, indem er sich ein Tuk-Tuk über den Fuß fahren ließ und sich sogleich selbst verarztete. (Stahlkappenschuhe schützen bekanntlich nur die Zehen!) Zuvor machten wir jedoch einen Zwischenstopp bei der Jama masjid-Moschee , die eine der imposantesten Gotteshäuser darstellte, die ich je gesehen hatte. Das Red-Fort selbst gab eher wenig zu sehen her, was vermeintlich daran lag, dass es geschlossen war. Glücklicherweise bekamen wir um einen guten Preis eine Tour durch die alte Stadt, die einen Stopp am Gewürzmarkt beinhaltete. Danach wurden wir zum Bahnhof gebracht, von dem aus wir uns ein Restaurant suchten, um zu Abend zu essen. Nach dem Essen ging es wieder in Tuk-Tuks zurück zum Hotel, und für die meisten von uns auch direkt ins Bett, jedoch blieb unser Burschenzimmer noch bis halb 6 wach, um am nächsten Tag im Zug gut schlafen zu können. Und Simon, der  war auch noch da.

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