Tag 6

Um uns Burschen wieder zu rehabilitieren, gaben ihnen die Mädels durch kollektives Zuspätkommen die Chance, als einzige pünktlich beim Frühstück zu erscheinen – nur Kathi stellte  sich gegen das System, um als erste an gewärmte Pommes und Abwaschtee zu kommen.- bravo Kathi!

Und was macht Simon? Floh (wieso mit h? Sie haben mich immer schon mit h geschrieben) ruft ihn an: „ja“ -„Do is einer der Vollwappler“- „JA“- „Wir fahren jetzt, du musst runterkommen“ „JA“

Um auch den Letzten aufzuwecken, beschloss der Fahrer keines der 21547,4 Schlaglöcher bis zur Schule auszulassen, wobei das letzte geschätzte 2km lang war. Außerdem versuchte er durch interessante Überholmanöver der Marke: Frontalcrash uns bei Laune zu halten.  Zum Glück gab es eh keine Sicherheitsgurte – bis auf den Fahrer- den Feigling.  Wir hielten uns gegenseitig beim Krawattl  fest. Physiker Simon: „ Wenn jeder den vor sich festhält, dann kann nur dem Letzten etwas passieren, da die anderen ja festgehalten werden.“ – sicher, dass der mit dem Studium schon bald fertig sein wird?

Nach liebevoller Begrüßung durch die Swamis erhielten wir eine Komplettführung durch das ganze Areal welches aus vielen kleineren Bauten, wie zum Beispiel diversen Klassenhäuschen, Unterbringungen, drei wunderschönen Tempeln, Esszimmern usw., bestand. Man konnte sehen, dass zusätzlich zu den vorhandenen,  weitere Bauten in Arbeit waren. Es sollte sich herausstellen, dass die indischen Bauarbeiter schnell arbeiteten, da sie ein Haus in unseren vier Tagen Besuchszeit fertigstellten. Im Gegensatz zu österreichischen Baustellen waren jedoch auch eher viele Arbeiter beschäftigt. Bei diesem Anblick erinnerte ich mich zurück an unsere Baustellen: Umfassende Absperrungen, besetzte Toiletten, leere Bierdosen und  menschenlose Arbeitsflächen. Ihre Bauten wirkten solide und sorgfältig geplant. Einer ihrer beeindruckendsten Gebetsstätten war der Shiva-Tempel, der Aussicht auf den Fluss, und die davor liegende Landschaft, bot. Er eignete sich hervorragend für Gebete, kleine Gottesfeiern und österreichische Meditationsinterpretationen (schlafen).  Die Musikinstrumente welche wir mitgebracht hatten wurden dorthin gebracht und einige gottverehrende Lieder angestimmt, zu denen uns der Swami Geschichten erzählte. Daraufhin sollten wir etwas Österreichisches singen. Auf das waren wir leider keineswegs vorbereitet, was dazu führte, dass wir Kunstwerke der Musikgeschichte wie „Biene Maja“, „Ham Kumst“ und ein kroatisches Volkslied auspackten. Den Anfang machte jedoch Simon mit einem Solo (auf der Gitarre). Er sang einen selbstgeschriebenen Song aus dem Sortiment seiner Band „Schmafu“, dessen Text er zur Hälfte vergaß. Nach ihm wechselten wir uns immer ab, was zu einer gewissen „Battle-Atmosphäre“ führte. Wir wurden in den Boden gestampft, hatten jedoch alle Spaß.

Beim Tanz hatten wir jedoch die Nase vorne. Ich begann mit etwas Breakdance, wobei meine Hose verrutschte und ich den Indern hinter mir ein tiefes Maurerdekollte offenbarte, welches sie beeindruckt haben dürfte. Die Sauberkeit meines Gesäßes muss ihnen außerdem erklärt haben, weswegen Flo und Simon beim Essen teils die linke Hand verwendeten, die nach lokaler Sitte zur Befreiung des Pos von Fäkalresten dient. Außerdem wollten einige indische Kinder nach der Showeinlage die Kunst meines verführerischen „Striptease“ erlernen und ich konnte leicht ihr Vertrauen gewinnen. Die Musikinstrumente, die wir mitgebracht hatten, schenkten wir ihnen im Anschluss und zeigten ihnen, so gut wir es konnten, wie man darauf spielte. Es dauerte allerdings einige Zeit bis wir die Kinder überzeugen konnten, dass die Instrumente ihnen gehörten und sie sie uns nicht mehr nachtrugen.

Beim Essen wurde uns eine (für indische Verhältnisse) große Auswahl geboten und wir lernten wie man nur mit der rechten Hand aß. Wie bereits erwähnt, meinte Flo, dass bereits Verdautes seinem Essen eine gewisse Würze verleihen würde und bezogen deshalb auch die Linke mit ein. Nach dem Essen konnten die Gemälde, bestehend aus Essensresten, auf unserer Kleidung begutachtet werden.

Es war höchste Zeit zurück ins Hotel zu kommen!

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