Tag 2

Beim Ankommen in Indien war das Erste was wir hörten typisch-indische Musik, und es fiel auf, dass der gesamte Boden des Airports mit Teppichen überzogen war. Den „Traumjob“ des Teppichputzers in Indien möchte ich daher nicht haben, obwohl man wahrscheinlich nicht um die Beständigkeit seines Arbeitsplatzes fürchten müsste. Nachdem wir den Airport verließen, bekamen wir die dreckige, von tausenden ungefilterten Abgasen verschmutze,  Luft zum ersten Mal zu spüren  und es kam zu den ersten Hustenanfällen. Der Bus wartete bereits und so stiegen wir direkt ein und fuhren los in Richtung Hotel. Ich muss zugeben, dass ich einen Großteil der Fahrt über schlief, was ich jedoch mitbekam, war die bittere Armut, die sich am Rande der „Autobahn“ abspielte. Familien lebten dort in kleinen Zelten und Menschen verrichteten ihre Notdurft auf offenem Gelände neben der Straße in selbstgegrabene  Löcher. Das Hotel, in das wir kamen, war im Kontrast dazu jedoch purer Luxus. Verglichen mit österreichischen Standards war es jedoch eher heruntergekommen. Wir machten die Zeit des Treffpunktes aus und Florian, Lukas und ich beschlossen noch etwas zu schlafen, weswegen wir uns einen Wecker stellten und sogleich in einen Koma-artigen Zustand fielen. Nach mehreren missglückten Versuchen seitens unser Mitschüler, gelang es Simon, einem Studenten der Uni Wien (Was macht der eigentlich da?), uns durch gekonnte Tretmanöver gegen die Tür (er muss wohl eine gut ausgeprägte Wadenmuskulatur besitzen), zu wecken. Als er uns verwirrt auf unserem Bett liegen sah, meinte er nur: „Ihr seid ein paar Vollwappler.“ Nach einer kurzen (sinnlosen) Predigt seitens unseres Professors ging es in die Innenstadt. Überall lag Müll und ich hatte ein sehr ungutes Gefühl. Die Menschen wirkten eher bedrückt und ich konnte kaum ein Lächeln in ihren Gesichtern erkennen. Was sofort auffiel, war der Lärm in den Straßen. In Indien ist es anscheinend üblich, in so ziemlich jeder Situation zu hupen. Dadurch entsteht eine Dauerlärmbelastung, die für mich  anfangs nur schwer zu ertragen war. Die Straßen waren voll und es roch an verschiedenen Stellen extrem streng. Aus diesem Grund hatten viele der Straßenstände Weihrauch neben sich stehen, um entweder Touristen  anzulocken, oder selbst dem üblen Geruch zu entfliehen. Sicher bin ich jedoch nicht, ob ihre Geruchsnerven nicht schon lange abgestorben sind. Nach einer Zeit teilten wir uns wieder in einige kleinere Gruppen auf, die immer von einem Erwachsenen beaufsichtigt wurden. Wir kauften

Wasser, einige Lebensmittel und ein paar Süßigkeiten und machten uns wieder auf den Weg zurück ins Hotel. Das Abendessen gab es in einem Restaurant gegenüber des Hotels, wobei mir persönlich das Bestellen schwerfiel. Egal was ich auch sagte, ich bekam immer „Grilled Chicken“, obwohl ich bereits auf das jeweilige Gericht gedeutet hatte.  Nach dem Abendessen ging es ab ins Bett, wobei das Einschlafen nicht besonders schwer fiel.

Tag 1

Wir wurden um ca. 9 Uhr, vor dem Haus einer Mitschülerin, bei der wir nach dem Ball geschlafen hatten, abgeholt und waren gegen 11 Uhr am Flughafen in Bratislava. Der Flughafen sah eher aus wie ein Flugplatz, da er sehr klein war, erinnerte jedoch wegen einer verglasten Wand viele von uns an „Hangar 7“. Nach dem Überwinden der Sicherheitskontrollen hatten wir genügend Zeit uns noch für eine Stunde in einen Coffee-Shop, der die Hälfte aller Geschäfte darstellte, zu setzen. Wir aßen noch eine Kleinigkeit, was uns wahrscheinlich mehr kostete, als ein ganzer Tag in Indien. Bei einem Zwischenstopp in Dubai bekamen wir die Möglichkeit, uns in kleinen Gruppen zu bewegen. Auf Ansuchen des Professors bestanden besagte Kleingruppen mindestens aus vier Personen. Ein Bursch hatte aus Sicherheitsgründen dabei zu sein. Ich persönlich hatte nicht den Eindruck, dass irgendeine Gefahr bestünde und hatte daher das Gefühl, dass wir uns benahmen wie ziemliche Voll-Idioten. Als die Menschen mich mit meinem „zugeteilten Harem“ am Flughafen sahen, müssen sie sich gefragt haben, wie stark wir Europäer unsere Frauen doch unterdrückten. Nach vier Stunden Wartezeit ging unser Anschlussflug nach New Delhi, in dem die meisten von uns schliefen. (Zugegeben zu ihrem Pech, da sie einen Traumhaften Sonnenaufgang, dessen grelles Rot ich nicht im Ansatz beschreiben kann, außer mit den Worten „grell und rot“, und auf den mich Hannah aufmerksam machte, verpassten.)